Stumm

Stumm, wie ein Fisch schwimme ich durch das Leben.
Dumm, wie sie sind sehen sie mir dabei zu,
klopfen sinnlos an die Scheiben meines Aquariums,
schneiden unsinnige Grimassen davor und lachen mich aus.
Lachen über mein erbärmliches Leben.
ICH WILL HIER RAUS!
Verzweifelt versuche ich zu fliehen,
doch ich stoße immer wieder an die Grenzen,
werde zurückgeworfen und verletzt.
Bewusstlos liege ich am Boden,
durch meine Kiemen dringt das Gift ihres erbarmungslosen Lachens,
mein Flossen bewegen sich kaum.
Mein Blick ist trüb,
das Wasser um mich ist nie gewechselt worden.
Bin verdammt, auf immer in der Trübnis meiner Vergangenheit zu schweben.
Immer wieder die alten Erinnerungen zu sehen und mich an ihnen zu verletzten.
DAS IST NICHT MEHR MEIN LEBEN!
DAS WAR ES EINST,
DOCH JETZT,
SEHT MICH AN,
ICH BIN NICHT DER, DER ICH EINMAL WAR!
Doch das versteht ihr nicht, könnt meine Hilferufe nicht erkennen und äfft sie in eurer Dummheit nach.
SEID IHR DENN BLIND?
ICH BIN GEWACHSEN,
DIE SEHNSUCHT MEINER SEELE,
DROHT DIE WÄNDE ZU DURCHBRECHEN!
SO BEGREIFT DOCH ENDLICH!
Doch dumm und verständnislos glotzt ihr mich an in meinem Gefängnis.
Die Erinnerungen vergangener Tage, schon tausend mal geatmet, verstopfen meine Kiemen,
der Schlag meiner Flossen erschlafft,
mein Blick senkt sich,
bevor meine Seele,
von meine Körper gelöst,
von meinem Gefängnis befreit,
endlich in das große Meer eintauchen kann.

19.4.06 18:31

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen