Die Geschichte eines Verkleideten/Mein Leben

Die Erkenntnis schenkte mir eine Maske.
Sie sagte mir:
"Trage sie, sonst erkennen sie dich."
Ich war stutzig und fragte die Weisheit :
"Warum?"
Doch die Weisheit antwortete nur:
"Trage sie, weil sie nicht weise sind."
Ich trug sie also und lebte fortan das Leben eines Verkleideten.
Eines Tages begegnete ich dem Mut.
Er lachte nur , als er mich sah.
Irritiert lebte ich weiter und suchte mir Freunde.
Die Angst und die Vorsicht waren seitdem meine treuen Begleiter,
wir passten gut zusammen,
fühlten immer das Gleiche.
Und so lebte ich.
Mit der Zeit drückte die Maske, wurde unbequem.
Die Vorsicht sagte:
"Lass nur, das ist normal, das geht vorbei."
Und so versuchte ich es zu ignorieren,
doch es ging nicht vorbei.
Es schmerzte,
doch die Angst sagte:
"Das ist normal, das geht vorbei."
Und so versuchte ich es zu ignorieren.
So lebte ich lange,
die Maske bröselte ,
während ich Narben bekam,
während mein Herz, schon tausendmal verletzt, zersprang.
Ich weinte, doch hinter einer Maske kann niemand deine Tränen sehen.
Hinter einer Maske, denkt jeder dein Leben sei gut.
Aber so ist es nicht.
Und so bekam ich eine neue Freundin,
die Hoffnungslosigkeit.
Mit ihr besuchte ich den Tod,
doch er wollte mich nicht haben, meinte nur:
"Eine Seele, die nie gelebt hat, wolle er nicht."
Und so lebte ich.
Lebte ich?
Tief in mir erkannte ich, wie dumm die Weisheit sei.
Ich konnte nicht mehr.
Warum sollte ich eine Maske tragen?
Nur weil sie nicht weise sind?
Soll ich denn genau wie sie unweise sein?
Soll ich genau wie sie ein blindes Leben führen?
Nein!
Die neue Erkenntnis lächelte mich an und nahm mir die Maske.
Zum ersten Mal, konnte man meine Tränen sehen.
Zum ersten Mal sah ich, wie die Sonne aufging.
Und so lebe ich,
endlich,
ich lebe!

1 Kommentar 11.4.06 19:59, kommentieren

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Eines Tages

Verletz und bettelnd liege ich vor dir,
doch deine Augen sehen mich nicht.
Weinend und flehend wende ich mich zu dir,
doch du rührst dich nicht.
Verlassen und verkümmert klammere ich mich an dich,
doch du spürst mich nicht.

Warum nicht?

Im Herzen, wo wir eins waren, ersuche ich dich.
Doch dein Herz ist leer.
In Gedanken, wo wir uns einig waren, frage ich dich.
Doch deine Gedanken gibt es nicht mehr.
Im Traum, den wir einst beide träumten, besuche ich dich.
Doch deine Flügel schwingen nicht mehr.

Warum nicht?

Eines Nachts,
nachdem mein Spiegelbild meine Seele verließ.
Eines Nachts,
nachdem meine Hoffnung sich auf Reisen begab.
Eines Nachts,
nachdem die Scherben meines Herzens brachen.

Eines Nachts,
spürte ich deine Gegenwart.

Und ich wusste, dass ich
eines Tages
wieder bei dir sein würde.

9.4.06 15:03, kommentieren

Dank Dir

Durchdrungen von Furcht, war mein Leben.
Getränkt in Zweifel, war mein Herz.
Durchzogen mit Hass, waren meine Gedanken.
Geprägt von Unsicherheit, war mein Verhalten.

Zu lieben , hatte ich verlernt.
Zu vergeben, hatte ich vergessen.
Zu hoffen, hatte keine Bedeutung mehr.

Der Glaube an morgen, war gestorben.
Die Farben der Gefühle, waren verblasst.

Bis deine Gegenwart meine Seele heilte.

8.4.06 20:32, kommentieren

Unrecht

Der Sand unter meinen Füßen erzählt mir eine Geschichte,
das Meer verließe die Welt.
Der Himmel über meinem Kopf singt mir ein Lied,
er wolle verschwinden.
Der Wind schreibt mir einen Brief,
die Menschen hätten verlernt zu sehen.
Das Licht summt mir wenige Strophen vor,
das Leben hätte keinen Sinn.
Die Töne um mich klagen,
die Farben wären gestorben.
Der Schmerz flüstert erfreut,
er werde siegen.

Doch nur ein Blick von dir beweist, dass sie alle unrecht haben.

8.4.06 15:29, kommentieren

Niemals mehr

Manchmal bist du mir nah,
doch nie so nah, wie ich mich sehne.
Manchmal bist du mir fern,
doch nie so fern, wie ich von dir.
Schreiend in einer Welt voller Stille suche ich das Licht,
doch du nahmst es mit dir, als du mir genommen wurdest.
Kannst du mich sehen? Mich hören?
Nein! Du kannst mich nicht einmal mehr spüren, seit du mir genommen wurdest.
Vor deinem Grab stehe ich,
verweihle ich,
seit du mir genommen wurdest,
doch nicht einmal ein Kuss von mir kann dich noch erreichen.

7.4.06 22:12, kommentieren

Für Jemanden, für immer

Im Innern meines Herzens lodert ein Feuer,
von deiner Liebe geschürt.
Im Innern meiner Gedanken glitzert ein Stern,
von deinem Anlitz geführt.
Im Innern meiner Seele,
bist du die Sonne,
um die sich alles dreht.
Im Innern meines Seins,
bist du stets bei mir,
damit ich mich immer daran erinnern kann,
wer du warst und dass ich dich einst liebte.

7.4.06 21:36, kommentieren

Nur dies einemal.....

Nur dies einemal möcht' ich dich spüren.
Nur dies einemal sollst du mich berühren.
Tief in meiner Seele, tief in meinen Gedanken,
meine Sinne verführen.
Nur dies einemal möcht' ich dich riechen, deine Fehler schmecken,
meine Sehnsucht wecken.
Nur dies einemal deine Stimme hören, wenn sie meine Haut streichelt, wie ein Strahl der Morgensonne.
Nur dies einemal möcht' ich dich sehen, damit meine Tränen trocknen können.
Nur dies einemal,
in diesem Moment,
dich umarmen,
bis in alle Ewigkeit.

7.4.06 17:08, kommentieren